Erfolgreicher Bezirks-LandFrauentag Achern in Lauf mit Schwester Teresa

 Über 300 Frauen und einige Männer erlebten einen kurzweiligen Bezirkslandfrauentag am Samstagnachmittag in der Neuwindeckhalle Lauf. Im Mittelpunkt stand der humorvolle und sehr inspirierende Vortrag „Jeder ist normal, bis du ihn kennst - von der spirituellen Kraft Menschen zu (er)tragen ohne den Humor zu verlieren“ von Schwester Teresa. Doch zuerst erinnerte die Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle an ein gerade für Frauen wichtiges Jubiläum, „100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland“. Sie unterstrich, dass auch heute noch Frauen einiges erreichen müssten wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie das Bekämpfen von Frauen- und Menschenrechtsverletzungen.

Sie gab einen Rückblick auf die vielen Aktionen und Seminaren im letzten Jahr. Für die Aktion „Herzen gegen Schmerzen“ wurden mittlerweile schon über 2500 Herzkissen von den Landfrauen genäht. In diesem Jahr veranstaltet der Bezirk zwei Seminare, einmal „Überzeugend sein, glaubhaft argumentieren, gelassen reagieren“ am 9. Februar in Sasbachwalden und „Was uns zum Blühen bringt – die unschätzbare Bedeutung der Wertschätzung für unser Leben“ mit Beate Weingardt in Fautenbach am 23. März. Ebenso findet ab dem 22. Oktober das Coaching „Mein Hofladen – Einzigartig und erfolgreich“ in Sasbachwalden statt. Auch Rosa Karcher, Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden, ging auf den historischen Tag ein, gab einen geschichtlichen Rückblick auf das bisher von Frauen erreichte und auf das, was noch erreicht werden müsse. Sie ermutigte die Frauen für die Kommunalwahl zu kandidieren, genauso wie Bürgermeister Oliver Rastetter. „Volles Haus, gute Stimmung und die Sonne lacht, das kriegen nur die Landfrauen hin“, unterstrich er in seinem Grußwort. Auch er erinnerte an 100 Jahre Wahlrecht und lobte die enormen Leistungen der Frauen sowie das Engagement der Landfrauen. Luzia Bollack-Beuschlein, Leiterin des Ernährungszentrums Offenburg, gab einen Rück- und Ausblick auf die verschiedenen Aufgaben und Aktionen des Zentrums und lud zum Großen Landfrauentag am 6. März nach Appenweier ein. Stefan Schrempp, Geschäftsführer Bezirksgeschäftsstelle BLHV Achern,  gab nicht nur einen Rückblick auf 100 Jahre Frauenwahlrecht sondern fragte auch nach, was unsere Nachfahren in 100 Jahren sehen werden. Kurz ging er noch auf das neue Verpackungsgesetz ein. Als „deutsche Antwort auf Sister Act“, wie sie eine deutsche Zeitung titulierte, war Schwester Teresa Zukic schon vor „Sister Act“ da. Die Nonne ist bekannt durch ihre Fernsehauftritte, Abenteuerland Gottesdienste, als Komponistin von neun Musicals, ihre Bücher und Vorträge, die sie vor Unternehmen, Verbänden, christlichen Gemeinden und Jugendveranstaltungen hält. Sie riss die Besucher des Bezirkslandfrauentages durch ihr Redetalent, ihren Humor, ihre Offenheit und ihre Begeisterung mit. „Ich war mal Badische Meisterin im Fünfkampf“, erzählte sie augenzwinkernd und ergänzte schmunzelnd: „aber das sehen sie heute nicht mehr.“  Gelächter füllte die Halle und nicht zum letzten Mal an diesem Nachmittag. Die Christin hat einen ungewöhnlichen Lebenslauf. Sie war in ihrer Jugend Leistungssportlerin und absolvierte ihr Abitur an einem Sportinternat. Glauben spielte für die lebensfrohe Frau keine Rolle. Bis sie eines Nachts zu einem Buch griff, das ihre Freundin aussortiert hatte. Es war das oberste auf dem Stapel und sollte eigentlich nur als Einschlafhilfe dienen. Statt einzuschlafen las sie sich in der Bergpredigt fest. Von da an sei ihr Leben ein anderes geworden, so die Nonne. Sie erzählte anschaulich aus ihrem Leben und wie sie eine Nonne zum Anfassen wurde. „Dinge kann man umtauschen, Menschen nicht. Jeder Mensch ist einzigartig“, betonte die gebürtige Kroatin. Leider ziehen sich immer mehr Menschen zurück aus der Gesellschaft, dabei „senken sie damit ihre Lebenserwartung“, mahnte die Referentin. Mit einem Schmunzeln erzählte sie von der Studie, die belegt, dass sogar mit ungesunder Lebensweise in Gemeinschaft länger gelebt wird als in Isolation. Daher ihr Ratschlag: „Lieber gemeinsam Schokokuchen essen, als alleine Rosenkohl.“ Kränkungen habe auch sie am eigenen Leib erfahren, aber „ab heute kränkt mich keiner mehr“. Zu einer Kränkung gehören immer zwei und verletzte Menschen verletzen, machte sie deutlich. Wie gehe ich mit einer Kränkung, einer Verletzung um?  Jeder entscheide selber, wie lange er sich verletzt fühle. „Ich ärgere mich! Stopp! Das ist es nicht wert!“ unterstrich Schwester Teresa. „Gehen sie hin, stellen sie denjenigen, der sie gekränkt hat, unter vier Augen zur Rede und versuchen sie sich mit ihm zu versöhnen“, empfahl sie ganz nach dem Motto der Bergpredigt. Vergebung sei wichtig. Drei Möglichkeiten gebe es, um auf vorwurfsvolle Sätze seiner Mitmenschen zu reagieren: ängstlich, humorvoll oder neutral. Negative Gedanken führten zu negativen Gedanken. Lachen sei daher die beste Waffe. Wer lacht, könne nicht gleichzeitig aggressiv sein. „Eine sanfte Stimme bricht dem Teufel den Hals“, erklärte sie. Lachen sei die beste Medizin und mit viel Humor können wir viele Situationen meistern, so ihr Rezept. Mit den Schlussworten „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machten“, bedankte sich Sabrina Steimel vom Vorstandsteam der Landfrauen Lauf bei den vielen Helfern und Besuchern.