„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“

 

Rund 135 Landfrauen und Gäste erlebten einen informativen und unterhaltsamen Mittwochnachmittag beim Bezirks-Landfrauentag in der Mummelseehalle in Seebach, hervorragend ausgerichtet von den Landfrauen Seebach. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ war nur einer der Weisheiten, die Gedächtnis- und Gehirntrainer Thomas Drach, der Referent des Tages, von sich gab. Dazu passte der herrlich sonnige Wintertag außerhalb der Halle, der wie ein toll gemaltes Bild auf einen wirkte. Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle freute sich über den fast vollen Saal und erinnerte an die vielen Gespräche und Seminaren im letzten Jahr sowie an die Herzkissen und die Korksammelaktion. „Sie bereichern das Leben im Ort und Bezirk“, lobte sie das Engagement der Frauen. Ausblick gab sie auf den Großen Landfrauentag in Friesenheim am 24. Februar mit Schwester Teresa als Referentin. Am 29. Februar findet ein Bäuerinnenkongress in Aitern statt, hier würde ein Bus fahren. Und am 12. März ist in Fautenbach ein Seminar zu „Führen, leiten, motivieren“. Bewusst hatten in diesem Jahr die Landfrauen auf ein musikalisches Rahmenprogramm verzichtet aufgrund der GEMA-Gebühren, erklärte Sigrid Schmelzle. Bürgermeister Reinhard Schmelzle lobte das breitgefächerte Angebot der Landfrauen im Ort, von Fachvorträgen über Kochkurse bis hin zu Wanderungen, aber auch ihr Engagement bei der LEADER-Bewerbung. „Ich bin begeisterte Landfrau und stolz drauf“, dieser Ausspruch von Verbandspräsidentin Rosa Karcher ging gleich über in das neue Verbandsjahresmotto von 2016 bis 2108:„Ich bin Landfrau“. 2015 habe der Verband wieder viel erreicht, darunter die Abkoppelung der Bäuerinnenrente von der Hofabgabe. Seit dem 01.01.2016 können die Bäuerinnen mit Erreichen des Regelrentenalters in Rente gehen. Aber es gebe immer noch viel zu tun. So wolle man gerne das Fach „Alltagskompetenz“ in den Schulen etablieren. Ebenso gab sie zu bedenken, dass die Landwirtschaft in unserer Region die Grundlage für Selbstversorgung und gesunde Ernährung sowie für die Ferienlandschaft sei. Kaum habe er sich gesetzt, erzählt humorvoll Landtagsabgeordneter Willi Stächele, so kam schon Rosa Karcher auf ihn zu und wollte ihn als förderndes Mitglied der Landfrauen werben. Über Jahre hinweg sei eine Verbundenheit mit den Landfrauen gewachsen. Auch heute hätten sie einen interessanten Vortrag, „Fit im Kopf in turbulenten Zeiten“. Jede Zeit habe ja ihre Herausforderung, dabei brauche man die Menschlichkeit, Zuversicht, Besonnenheit und den Humor, ist sich Willi Stächele sicher. Auch in Bezug auf die Flüchtlinge frage man sich „Wieviel Menschlichkeit sind wir schuldig?“. Wichtig sei, die Sorgen ernst zu nehmen und Vertrauen zu schaffen. Stefan Schrempp, Geschäftsführer des Badischen Landeshauptverband in Achern, weiß, dass die Zeiten turbulent sind und Momente, in denen man lachen kann, machen den Kopf frei. Doch, was ist die schnellste Methode um gut drauf zu sein? Das wusste Thomas Drach. Einfach kräftig klatschen, mit den Füssen trampeln und schon entsteht Musik. Bewegung sei wichtig, denn wenn „wir fit im Kopf sein wollen, dann muss der Körper aktiv sein“. Toll wie er das Publikum mitnahm. Kleine Übungen wie Hände nach oben oder einen Kreis mit dem Fuß machen, machten alle begeistert mit. Kurzweilig war auch die Assoziation von Wörten wie Chemiker und Skateboard. „Spielen sie mit der Fantasie“, riet der Fitmacher. „Das Gehirn frisst am liebsten Bilder“, weiß er, denn „Worte sind wie Schall und Rauch“. Ganz einfach wird es da bei Namen und Gesichtern, die man mit Bildern assoziiert. Da wurde doch manche Landfrau sehr fantasievoll und war sich sicher, eine positive Atmosphäre im Kopf lässt auch den Kopf fit bleiben. Vorsitzende Karin Haas bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei allen Helfern.

LandFrauen aus ganz Südbaden, die gerne mit Menschen arbeiten, sich mit Überzeugung für regionale Produkte einsetzen und etwas dazu verdienen wollen, können sich beim LandFrauenverband Südbaden zur „Botschafterin für Agrarprodukte aus der Region“ qualifizieren. Sie informieren Verbraucherinnen und Verbraucher im Lebensmitteleinzelhandel und auf Messen über die Vorzüge von Lebensmitteln aus regionaler Erzeugung Eine neue Schulung zur Botschafterin für Agrarprodukte aus der Region beginnt am 28. Oktober 2015 in Oberkirch. Schulungsort ist das Schönstattzentrum Marienfried, Bellensteinstraße 25, 77794 Oberkirch. Die Kosten betragen rund 290 Euro für 11 Schulungstage, inklusive Verpflegung, für Mitglieder im LandFrauenverband Südbaden. Anmeldung beim LandFrauenverband Südbaden, Merzhauser Str. 111, 79100 Freiburg. E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon: 0761/27 133-500 Termine: Basisschulung 1: 28.10., 18.11. und 25.11.2015 Basisschulung 2: 17.02., 24.02. und 02.03.2016 2 Fach- und Beratungstage: im März und Mai 2016 3 Praxistage: 1. Quartal 2016 bei den Wirtschaftspartnern vor Ort Die Schulung ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württembergs, des Landesministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der MBW sowie regionaler Wirtschaftspartner. Nähere Informationen unter Tel. 0761-27133-508 oder www.landfrauenverband-suedbaden.de.
Ein voller Erfolg war die Aktion der LandFrauen des Bezirks Achern (Fautenbach, Lauf, Oberachern, Sasbachwalden und Seebach) für „Korken für Kork“. Tausende von Korken fanden den Weg zu den jeweiligen Sammelstellen der einzelnen Ortsvereine. Nun wurden sie alle zusammengebracht und der Diakonie Kork in Kork übergeben. Auch wenn in den Werkstätten der Korkrohstoff nicht mehr selber verwertet wird, so werden die gesammelten Korken an eine Partnerfirma verkauft. Dort werden sie wiederverwertet. Mit dem Verkaufserlös werden die Einrichtungen und die Arbeit mit epilepsiekranken Menschen mit Behinderung unterstützt. Dies betonte Klaus Freudenberger, der die Frauen in Kork willkommen hieß und sie auf einem Rundgang durch das Epilepsiezentrum und die Werkstätten begleitete. Eins wurde auf jeden Fall deutlich, in Kork steht der Mensch im Mittelpunkt. Seit 1892 wird hier Menschen mit Epilepsie geholfen. In den über 120 Jahren hat sich aus der „Heil- und Pflegeanstalt für epileptische Kinder in Baden“ eine Spezialeinrichtung mit überregionaler Bedeutung entwickelt. Auch aus dem Ausland kommen mittlerweile viele Kranken hierher. Heute gehören der diakonischen Einrichtung Epilepsieklinik, verschiedene Wohnformen, eine Schule für Körperbehinderte, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Offenen Hilfen und eine Fachschule für Heilerziehungspflege an. Aber auch die Vergangenheit ist gegenwärtig mit dem Korker Schloß, in dem die Anfänge des Zentrums begannen und dem Mahnmal für die getöteten Kranken im Dritten Reich. Freudenberger erzählte, dass insgesamt 113 Erwachsene und Kinder 1940 abgeholt und ermordet wurden. Ein Drittel war unter 21 Jahren. Viele Vorurteile gebe es in Bezug auf die Krankheit Epilepsie, so Freudenberger. Dabei kann der Kranke auch ein ganz normales Leben führen, wie er anhand von Beispielen erläuterte. So hatten Napoleon, Julius Cäsar, Georg Friedrich Händel, Vincent van Gogh, Hildegard von Bingen sowie Florence Griffith-Joyner Epilepsie. Aber auch Menschen wie Elton John zeigen, was man alles erreichen kann trotz der Krankheit. Epilepsie sei nicht vererbbar, informierte Freudenberger, auch gehe nicht immer eine Behinderung mit der Krankheit einher. Eine fortschreitende Schädigung des Gehirns kann zu einer Epilepsie führen. Ebenso kann ein Epilepsieanfall ein Anzeichen für eine andere Krankheit sein wie zum Beispiel einem Hirntumor. Sehr beeindruckt waren die Landfrauen auch von der vielfältigen Arbeit in den Werkstätten, die von Papierbearbeitung, Montage- und Verpackungsarbeiten, Elektromontage, Digitaldruck bis hin zu selber Kunstwerke schaffen reicht. Neben den Korken überreichte Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle an Freudenberger 250 Euro. Diese werden für das neue Kinder-Jugendhaus verwendet.
Neue Ideen und Impulse bei den Landfrauen Bildungsreferentin Claudia Ossa vom LandFrauenverband Südbaden brachte viele Ideen und Anregungen mit zur Bildungsprogrammbesprechung der Landfrauen der Bezirke Achern, Bühl-Rastatt und Oberkirch. Im LandFrauenraum in Fautenbach stellte sie das Schwerpunktthema 2015 „Wir setzen Impulse“, passend zu dem LandFrauenMotto 2013-2015 „ImPuls der Zeit“, vor. Drei Unterthemen hat der Schwerpunkt 2015: „Zukunft/Alter“, „Aktionen/Kampagnen“ und „Mitglieder werben“. Dazu gibt es verschiedene Vorträge und Kurse wie „Geistige Fitness trainieren, erhalten und steigern“ oder Informationsveranstaltungen zum Thema „Demenz“ und Wohnformen im Alter. Die Vorträge sollen Impulse geben für die Entwicklung von neuen Perspektiven und Ziele für ein gemeinsames Altwerden. Denn Altern sei ein Wandlungsprozess, der sich über das ganze Leben erstreckt, erklärte die Referentin. Der Landfrauentag am 19. September auf der Baden-Messe Freiburg steht unter dem Motto „Ländlicher Raum – ein Ort zum Altwerden“. Ein weiterer Höhepunkt im Engagement der Landfrauen sind in diesem die bundesweiten Aktionstagen des Deutschen Landfrauenverbandes „Landfrauen mischen sich ein“. Ebenso schlug Ossa einen Gesundheitstag vor. Dazu hatte sie Ideen und Planungsvorschlägen. „Bring’ne Freundin mit!“ – so könnte das Motto zu einer Aktion zur Mitgliedergewinnung heißen. Um Irrtümer über Landfrauen in der Bevölkerung auszuräumen, hat der Landfrauenverband Südbaden eine Power-Point-Präsentation über die Aktivitäten der Landfrauen entwickelt. Schulungen gibt es vom 28. 10.2015 bis 1.6.2016 in Oberkirch zur „Botschafterin für Agrarprodukte aus der Region“ sowie „Fit fürs Agrarbüro“ (Termin und Ort stehen noch nicht fest). Neu ist die Schulung „Coaching für Direktvermarkterinnen“ von November 2015 bis Februar 2016 in der Ortenau. Am 4. Juni 2016 ein „Infotag für neue Vorstandsfrauen“ in Emmendingen statt. Neu die Seminare“Teamcoaching exklusiv“ und das zweitägige „Bevor alles zu viel wird“. Im Landfrauenraum Fautenbach findet am 24. Oktober 2015 das neue Seminar „Allrounderin Landfrau – bis an die Grenzen der Belastbarkeit?“ mit Referent Thomas Brühl statt sowie am 12. März 2016 das Seminar „Führen – leiten motivieren“ mit Kommunikationstrainerin Monika Baur.

LandFrauen mischen sich ein

 

Am Freitag fand die Bezirksversammlung der Ortsvorstandsfrauen des Landfrauenbezirks Achern auf dem Ferienhof Fischer in Seebach statt. Wendelin Fischer informierte über die Entwicklung des Hofes vom Vollerwerb über Nebenerwerb bis zum Ferienhof 1989. Einen Rückblick über die Termine des Bezirks gab Schriftführerin Michaela Bross. Insgesamt 43 Termine von 48 nahm Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle 2014 wahr und 2015 schon 19 Termine. Nicht nur im Raum Achern war Schmelzle unterwegs, ihre Termine führten sie durch ganz Deutschland, vom Bodensee bis nach Berlin. Bross hob vor allem die ausgebuchten Seminare und die Teilnahme an den Leaderaktionsgruppen hervor. Ausführlich berichtete Schmelzle von ihren politischen Terminen und ihrer Weiterbildung zu Lobbyismus in Berlin. Anja Rösch informierte über eine ausgeglichene Bezirkskasse. „Macht weiter so!“, ermutigte Rosa Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden, die Frauen und lud ein zum südbadischen Landfrauentag auf der Baden-Messe am 19. September unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – Aufbruch in ein neues Zeitalter“. Außerdem stellte sie das neue Projekt „LandFrauen für Uganda – mit Ziegen kommt die Hoffnung“ vor. Was nun so alles in den einzelnen Ortsvereinen passiert, zeigten die Berichte. Ausflüge, Vorträge und Besichtigungen waren bei allen LandFrauen beliebt. Karin Haas, Seebach, informierte noch über Bastelabende, und den Pilates-Kurs, Anita Glaser, Lauf, über Erste Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder sowie Do-it-yourself-Kurs, Brigitte Genter, Fautenbach, über. „Schnellen Snacks“ und Pflanztauschtag. Barbara Stiefs, Sasbachwalden, berichtete von Brandschutzschulung und Gedächtniskurs. Michaela Bross über Elfmeterschießen, Pilz- und Weinwanderung. Mit derzeit 492 Mitgliedern wachse der LandFrauenbezirk Achern weiterhin, so Schmelzle. Kurz gab sie einen Überblick auf die kommenden Ereignisse. So ist am 4. Mai die Übergabe der gesammelten Korken in Kork, am 12. Juli informieren die Frauen in Achern bei der bundesweiten Aktion „LandFrauen mischen sich ein“ und am 24. Oktober findet das neue Seminar „Allrounderin Landfrau“ in Fautenbach statt. Für die vielen Aktionen, aber auch für die Frauen selbst, wünschte Schmelzle zum Schluss, vor allem Zeit. Zeit, in der sich die Frauen einsetzen, sich fortbilden, Gespräche mit Landräten und Politiker führen, Spenden sammeln und mit ihren Aktionen sowie Angeboten den ländlichen Raum stärken und attraktiver gestalten.