Das Glück im Leben hängt von den

guten Gedanken ab, die man hat.

Marcus Aurelius

 

 

Dezember 2016

 

Liebe LandFrauen,

es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Trotz vorweihnachtlichem Trubel und der Hektik des Alltags, übt die Vorfreude auf Weihnachten bei vielen Menschen immer wieder einen ganz besonderen Zauber und eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit aus. Über die Weihnachtstage entsteht das Gefühl, als ob für eine kurze Zeitspanne die Uhr fast stehen bleibt. Zeit, um sich mit der Familie oder lieben Menschen zu treffen oder es sich zu Hause in behaglicher Atmosphäre gemütlich zu machen. Gerade die Ruhe zwischen den Jahren empfinden viele Menschen deshalb als enorme Erholungs- und Kraftquelle. Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Das Glück liegt in den kleinen Dingen des Lebens, in guten Gedanken, in der Achtsamkeit für sich und andere. Wie wohltuend sind ein paar nette Zeilen, eine kleine Aufmerksamkeit oder ein gutes Gespräch. Gerade Worte, die von Herzen kommen, können ein großes Geschenk sein. Weihnachten ist die Zeit wieder neu aufeinander zuzugehen und gute Gedanken zu fassen. Viele gute Gedanken machen sich LandFrauen in den Ortsvereinen und Bezirken, damit sie ein ansprechend es und interessantes Bildungsprogramm zusammenstellen, das alle Mitglieder anspricht und Lust macht LandFrau zu sein. Gemeinsam neue Ideen entwickeln und um setzen, den eigenen Horizont erweitern, sich gegenseitig unterstützen und dabei Spaß haben - das begeistert und motiviert, mitzumachen. All das verdient hohen Respekt und Anerkennung. Herzlichen Dank dafür!

Viele gute Gedanken haben sich auch das Präsidium und die Geschäftsstelle gemacht, als sie in diesem Jahr den Bäuerinnenkongress in Aitern, den LandFrauentag im Europapark oder den kürzlich stattgefundenen Delegiertentag in Hausach geplant und umgesetzt haben. Dafür möchte ich mich bei meinen Kolleginnen im Präsidium, unserer Geschäftsführerin Birgitta Klemmer samt dem Team der Geschäftsstelle herzlich bedanken. Das positive Echo und die vielen begeisterten Rückmeldungen motivieren uns für neue Ideen.

Im zurückliegenden Jahr haben wir uns im Verband mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigt:

Während weltweit immer noch 790 Millionen Menschen nicht genug zu essen haben, sahen sich die Bäuerinnen und Bauern hierzulande eher mit hohen Erwartung en an Lebensmittelerzeugung und gleichzeitig einem rasanten Preisverfall konfrontiert. Die anhaltend niedrigen Erzeugerpreise bei nahezu allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen hatten uns deshalb veranlasst bei unserer Verbandsversammlung im Sommer ein Positionspapier zu verabschieden mit dem Titel: „Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft - jeder Betrieb zählt“. Wir fordern darin Politik und Lebensmittelhandel auf, mehr Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft zu übernehmen und ermuntern die Verbraucherinnen und Verbraucher Markenprodukte aus der Region zu kaufen. Weil die heimische Landwirtschaft die Basis für gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und Kulturlandschaft ist, wird das auch weiterhin ein zentrales Thema für uns sein.

Viel Optimismus war bei unserem Delegiertentag zu spüren. Er hatte das Ziel den rund 300 Vorstandsfrauen Lust zu machen auf aktive politische Mitgestaltung von Land, Leben, Dorf und Zukunft. Die Referentinnen und Referenten waren sich einig, dass LandFrauen mit beiden Beinen fest im Leben stehen, vielseitig interessiert und aktiv sind und deshalb große Anerkennung und Respekt genießen. LandFrauen haben Einflussmöglichkeiten – diese gilt es gezielt zu nutzen und sollten nicht unterschätzt werden. Nur wenn unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter wissen, wo den Frauen und Familien im ländlichen Raum der Schuh drückt, kann dies in Entscheidungsgremien berücksichtigt werden.

„LandFrauen: Stimmgewaltig, Mitbestimmend, Mittendrin“, so lautet das Motto der bundesweiten Aktionstage 2017 des Deutschen LandFrauenverbandes. Frühzeitig zu den bevorstehenden Bundestagswahlen im kommenden Jahr haben die drei LandFrauenverbände in Baden-Württemberg deshalb einen Flyer aufgelegt mit den Forderungen der LandFrauen zu Themen, die den ländlichen Raum betreffen.

Mit Blick auf Europa und die Welt stand das vergangene Jahr unter schwierigen Zeichen und Veränderungen. Die politische Großwetterlage ist unübersichtlicher geworden. Dies wird an schwelenden politischen Konflikten und am anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien deutlich und an besorgniserregenden, politischen Entwicklungen in der Türkei, die mittlerweile eher einer Diktatur gleichen. In Deutschland leben wir zum Glück in einer stabilen Demokratie mit guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Diese Demokratie basiert auf dem Fundament einer freien Diskussionskultur und Werten und Regeln, die uns wichtig sind und für die wir auch weiterhin einstehen müssen.

Liebe LandFrauen, ich hoffe Sie blicken auf ein glückliches Jahr zurück.

„Das Glück hängt von den guten Gedanken ab, die man hat“, so der Philosoph Marcus Aurelius.

Glück hängt vom eigenen Blickwinkel ab, verdeutlichte eine Referentin bei einem BezirkslandFrauentag. Glück ist nicht himmelhochjauchzend, schon das Ausbleiben von Krankheit und Schicksalsschlägen bedeutet Glück. Trotz vieler unerfüllter Wünsche gibt es ein erfülltes Leben. Auch die Kunst des Vergebens kann ein großes Glück sein, um Vergangenes in Frieden zu beschließen. Gute Gedanken geben uns Kraft. Glück heißt dankbar zu sein für die eigenen Lebensumstände, sich selbst wertschätzen und achtsam zu sein für sich und andere.

Uns allen wünsche ich helle und liebevolle Weihnachtstage sowie viele gute Gedanken und Gottes Segen für  ein glückliches Jahr 2017.

 

Ihre

Rosa Karcher

Präsidentin des

LandFrauenverbandes Südbaden

 

 

 

 

 

„Sicher auf dem politischen Parkett - überzeugen und sich behaupten“

 „Eine Minute reicht aus, um einen Antrag mit kurzer Problemschilderung und Begründung im Gemeinderat zu stellen“, behauptete Referentin Sabine Schlager zu Beginn des Seminars „Sicher auf dem politischen Parkett – überzeugen und sich behaupten“ und forderte die sechzehn anwesenden Gemeinderätinnen sogleich auf, sich in maximal 60 Sekunden vorzustellen und ihr wichtigstes Ziel für diesen Tag zu benennen. Um das eigene Anliegen im Gemeinderat derart auf den Punkt zu bringen, sei eine gute Vorbereitung nötig, so Schlager, Referentin für politische Bildung aus Tübingen. Unter Berücksichtigung der drei Bs – Behauptung, Beweis, Bitte – ließen sich Redebeiträge gut strukturiert vorbereiten. Die Teilnehmerinnen erhielten die Aufgabe, Anträge zu unterschiedlichen Themen schriftlich auszuarbeiten und vorzutragen. Die Referentin zeigt e auf, wie wichtig es dabei sei, das Augenmerk auf Genauigkeit in der Sache und die richtigen Formulierungen zu legen. „Man muss erst einmal filtern, was die wichtigste Information ist. Dann braucht man eine klare Argumentationsstruktur im Kopf, um nicht so schnell ins Stolpern zu geraten, wenn man unterbrochen oder abgelenkt wird“, resümierte eine Teilnehmerin die Erfahrungen aus dieser Übungseinheit. In emotional aufgeladenen Sitzungen, bei hohem Geräuschpegel, unter Zeitdruck und bei strengen Verfahrensregeln sei es trotz guter Vorbereitung oft schwer, nicht den Faden zu verlieren und den eigenen Standpunkt überzeugend einzubringen, wusste Schlager aus langjähriger Erfahrung in der politischen Arbeit zu berichten. Wenn dann noch uns sachliche oder persönliche Angriffe dazu kämen, würde es häufig besonders heikel, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. „Killerphrasen sind dazu da, um zu demotivieren und einzuschüchtern, Ideen zu unterdrücken und sich nicht mit den Argumenten des Gegenübers auseinandersetzen zu müssen“, erklärte sie den Teilnehmerinnen und gab Tipps, wie man in solchen Situationen einen Schutzschild aufbauen könne und welche Gesprächstechniken hilfreich seien, um Störungen wirkungsvoll zu begegnen. Manchmal müsse man z.B. Angriffe ins Leere laufen lassen, dem Gegenüber den Spiegel vorhalten oder durch eine ungewöhnliche Entgegnung verblüffen. Die Teilnehmerinnen nutzten Beispiele aus der Praxis, um unterschiedliche Gesprächssituationen zu trainieren.  Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Streifzug durch die Gemeindeordnung. Denn um wirkungsvoll agieren zu können, sei es äußerst wichtig, seine Rechte und Pflichten als Gemeinderätin zu kennen, die Spielregeln zu beherrschen und sich auch mit Verfahrensfahren auszukennen, machte Schlager anhand von Sitzungsbeispielen deutlich.  Das Seminar für Gemeinderätinnen im Freiburger „Margarete Ruckmich Haus“ war sehr intensiv, absolut praxisorientiert und klar durchstrukturiert, lobten die Teilnehmerinnen einhellig am Ende des Tages. Leerlauf gab es keinen, denn die politisch engagierten Frauen nutzten jede Pause, um Erfahrungen auszutauschen und sich als Frauen aus ganz Südbaden miteinander zu vernetzen.  

Der LandFrauenverband setzt seine regelmäßige Seminarreihe „Politik baucht Männer und Frauen“ für Gemeinde- und Kreisrätinnen im kommenden Jahr mit einem weiteren Seminar am 11. November 2017 in Freiburg fort.

Delegiertentag des LandFrauenverbandes Südbaden: Ich bin LandFrau!

 

Rund 300 Führungskräfte aus den 260 Ortsvereinen des LandFrauenverbandes Südbaden kamen am 8.11. zum Delegiertentag in die Stadthalle nach Hausach. Landrätin Dorothea Störr-Ritter ermunterte in ihrem Impulsreferat sich als Frau auf allen Ebenen politisch einzubringen. „LandFrauen stehen mitten im Leben – Ihre Meinung ist gefragt“ so ihre Appell.

In der anschließenden Austauschrunde berichteten LandFrauen, wie sie sich vor Ort erfolgreich eingemischt haben und so zum Beispiel erreichen konnten, dass Radwege beleuchtet oder Kinderspielplätze neu angelegt wurden. In einem LandFrauenquiz vermittelte Geschäftsführerin Birgitta Klemmer kurzweilig und unterhaltsam die politischen Botschaften des Verbandes. Begeistert folgten die Delegierten auch den Ausführungen von Psychologin und Mentaltrainerin Anke Precht zur Körpersprache.

 

Heiß begehrt: die „Schwarzwälder Kirschtorte“

 

Ein voller Erfolg war in diesem Jahre der Kaffee- und Kuchenverkauf bei der Oberrheinmesse für die LandFrauen des Bezirks Achern. Insgesamt 40 Torten und Kuchen hatten die Frauen aus den Ortsvereinen Fautenbach, Lauf, Oberachern, Sasbachwalden und Seebach gebacken. Die hausgemachten Spezialitäten kamen sehr gut an. „Ich komme nur auf die Oberrhein-Messe wegen den tollen Torten der Landfrauen“, erklärte eine begeisterte Elsäßerin den Frauen. Viel Lob gab es von allen Seiten. „Schwarzwälder“, „Käsekuchen“, „Windbeuteltorte“, „Käse-Sahne-Torte“ und viele mehr waren heißbegehrt, so dass schon um 16.30 Uhr alles ausverkauft war.